Jahreswechsel 2009/2010 in Sperlonga
Wenn ich mich recht erinnere war ich den vergangenen Jahreswechsel zum ersten Mal nicht im Kalten zu dieser Jahreszeit. Statt dessen hatte ich geplant wieder eine Woche mit Höhenfieber beim Klettern, diesmal in Sperlonga in Italien (an der Küste zwischen Rom und Neapel) zu verbingen.
Los ging die Reise am Samstag, 26.12.2009. Mit dem Zug war ich von Aarau aus über Zürich, Mailand und Rom bis Sperlonga insgesamt 11 Stunden unterwegs. Zum Glück hatte ich auf der ganzen Reise gute Gesellschaft (zwei neue Bekanntschaften von meiner Reise nach Frankreich im Spätsommer waren auch wieder mit von der Partie). Etwas weniger Glück schienen wir mit dem Wetter zu haben: Nachdem ab der italienischen Grenze der Himmel zusehends grauer wurde und hinter Rom dann bis Sperlonga auch noch hartnäckiger Regen Einzug hielt war der Ausblick auf die vor uns liegende Woche schon mal etwas getrübt. Lediglich unser Bergführer verstrahlte eisernen Optimismus und wie sich am nächsten Tag herausstellte sollte er damit auch Recht behalten…
Der Himmel über Sperlonga begrüßte uns am ersten Tag mit strahlendem Sonnenschein und einer steifen Brise, die wohl das letzte Wort behielt, als es in einer Diskussionsrunde mit den Regenwolken um die Besetzung des Himmels über Sperlonga ging. Beklettert wurden an diesem Tag Felsen ganz in der Nähe von Sperlonga, abends kehrten wir dann, und nicht zum letzten Mal, ins Ristoro da Guido ein, einem offenbar bei Kletterern extrem beliebten Etablissement.
An den folgenden Tagen war das Wetter zwar zum Teil nicht ganz so schön wie am Sonntag, aber immer noch ausreichend schön zum Klettern. Nachts hat es zwar häufig geregnet, aber tagsüber hat der Wind die Felsen schön trocken geföhnt und auch die Sonne ließ sich eher häufiger als selten blicken.
Aber selbst an Regentagen (ja, ich geb’s zu, Einen hatten wir dann doch) ist man in Sperlonga als Kletterer nicht zum Nichts-tun verdammt: Etwas weiter südlich von Sperlonga aus liegt die Grotta dell’Arenauta direkt am Strand. Bei Regen offenbar eine beliebte Location zum Klettern. Sehr zum Leidwesen einiger meiner Mitreisender (und auch zu meinem) sind Routen im Bereich 6a das einfachste was man dort so findet. Aber schließlich bin ich nicht zum Bauklötzen staunen über 10 Stunden nach Italien gefahren und hab’s dann schließlich geschafft eine 6a-Route im Vorsteig zu klettern!
Ein weiteres Highlight dieser Woche war meine erste Mehrseillängenroute: bei Gaeta (süd-östlich von Sperlonga) kann man direkt an ins Meer abfallenden Klippen klettern. Das Sahnehäubchen ist die Tatsache, dass man nicht von unten in die Route einsteigt, dann hochklettert und anschließend wieder abseilt, sondern zunächst vom oberen Ende der Route 150m abseilt um dann anschließend wieder nach oben zu klettern. Obwohl die erste Seillänge dank der vom Salzwasser schön abgerundeten Griffe und Tritte etwas ekelig zu klettern war (Warum bin ich noch mal hier? Ach ja: Klettern macht mir Spaß!!) hat die ganze Aktion dann doch sehr viel Spaß gemacht. Die Kulisse direkt über dem Meer kletternd hat natürlich ebenso ihren Teil dazu beigetragen wie die Sonne, die uns die ganze Zeit und im Lauf der Zeit sogar immer mehr angelacht hat.
Aber auch abseits der Felsen hatten wir unseren Spaß. Denn wer sagt denn, dass man in so einer Küche nur gemeinsam kochen, essen, trinken und sich unterhalten kann… Man kann auch einfach mal die Decke vom Tisch nehmen und dann in allen möglichen Varianten versuchen diesen zu umklettern (man entwickelt da mit der Zeit so einen Blick, der einen auf einmal überall Griffe und Tritte sehen lässt…).
An Sylvester schließlich haben wir uns nach einem ausgiebigen Mahl auf einen Platz in Sperlonga begeben auf dem offensichtlich eine Party statt finden sollte. Dank leichtem Nieselregen kam die Party zwar eher stockend in Gang dauerte dafür aber bis 4 Uhr in der Früh und ich denke wir haben mit unserem Platzbedarf, der mindestens dreimal so hoch war wie der eines jeden Anderen den Einheimischen ordentlich gezeigt, wie man das erste Jahrzehnt im 3. Jahrtausend abschließt!
Der erste Januar lief dafür eher gemütlich ab. Das Wetter war zum Klettern sowieso nicht besonders geeignet und so sind einige aus der Gruppe zusammen nach Neapel gefahren um uns dort heiße Schwefelquellen anzusehen.
Am Samstag, 2.10.2010 ging’s dann wieder zurück mit dem Zug von Sperlonga über Rom, Mailand und Zürich bis nach Aarau. Auch diesmal fuhren wir wieder ein ziemlich großes Stück fast alle zusammen gen Heimat, was die ganze Reise zum Schluss noch schön abgerundet hat.
Also was soll ich sagen, man ließt es ja eigentlich selbst, es war wieder ein toller Urlaub. Auch das Wetter hat super mitgespielt, bis auf den Letzten konnten wir jeden Tag klettern und auch die Stimmung in der Gruppe war super.
Zum Schluss gibt’s wie immer noch ein paar Bilder!
